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[Tryker] [DE] Unter Druck (Freitag, 31.05.13, 20:15 Uhr) - EVENTS - Ryzom Community ForumHomeGuest

EVENTS


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#1 [de] 

"Lordoy Homins!

Ich möchte die werten Homins darum bitten, sich am 21. Fallenor, 2. Zyklus 2573 am Stall von Windermeer einzufinden. Wir werden dort einen Homin treffen, der imstande ist, unbeschriebene Bernsteinwürfel zu besorgen. Diese werden für die Entschlüsselung von alten Bernsteinwürfeln benötigt, die vor einigen Jahren im Graben der Heimsuchung gefunden wurden und mit denen sich in Windermeer aufhaltende Gelehrte beschäftigen.

Ich hoffe auf zahlreiches Erscheinen.

Tryka, Meer, Sella!

Ailan Mac'Kean,
Gouverneurin von Neu-Trykoth und Thenkard'al von Windermeer"


*(ooc: Es handelt sich um ein rein deutschsprachiges Event. Beginn des Events: Freitag, 31. Mai, 20:15 Uhr am Stall von Windermeer. Es handelt sich um ein nicht kampflastiges Event. Zuspätkommenden wird empfohlen, Teleportertickets von Ursprung und den Stränden des Überflusses bereitzuhalten. Das Event ist auch für Neulinge geeignet.)

#2 [de] 

Im dritten Zyklus des AtysJahres 2555 (OOC: 23. Jänner 2011), noch vor dem zweiten Großen Schwarm, wurden von einer Gruppe Homins in den Urwurzeln von Umbra drei alte Bernstein-Würfel gefunden, die noch aus der Zeit der Alten Lande stammten und in verschlüsselter Sprache abgefaßt waren.

Diese Würfel wurden in Fairhaven in Zusammenarbeit von vier Gelehrten begutachtet:
* vom Botaniker Cuiccio Perinia aus der königlichen Akademie von Yrkanis
* vom imperialen Historiker Apocasus Menix aus der Akademie von Pyr
* vom Weisen und Geschichtenerzähler Neoi Sui-Reg von der Gemeinschaft des Ewigen Baumes aus dem Hafen der Reinheit im Dschungel
* und von der Forscherin Ba-Ben Len, frühere Taliar(in) der Tryker, ältestes Mitglied der Organisation FISCH ("Forschungsgesellschaft für Ingenieurswesen, Seltsames, Curiositäten und Heimliches") aus Aeden Aqueous

Leider stellte sich heraus, daß die Bernsteinwürfel nicht so leicht entschlüsselt werden konnten, da sie in alten Codes verfaßt worden waren - meiner Vermutung nach in Zorai-Piktogrammen. Im ersten Zyklus des AtysJahres 2561 erklärten sich daher die Karavan großzügig bereit, die Arbeit zu unterstützen, die allen vier Völkern von Nutzen seinwoll, indem sie ein Entschlüsselungsgerät zur Verfügung stellen wollten. Sie ließen es durch den ihnen treu ergebenen Stamm Kuilde durch die Urwurzeln von Umbra befördern.

Doch so einfach war das nicht, denn die Maschine war groß, schwer und nur mit mehreren Pack-Mektoubs zu ziehen. Und zu allem Überfluß geriet der Transport-Konvoi in einen Überfall von Banditen; so ging das Gerät schließlich an diese Verbrecher in den Urwurzeln von Umbra verlustig. Am 25. Germinally im ersten Zyklus des AtysJahres 2561 (OOC: 28. Februar 2012) versammelten sich Homins aus allen vier Nationen und duchforsteten gemeinsam die Urwurzeln von Umbra nach den Banditen. Sie verhandelten zuerst mit der Bande "Highland Heaten" und bekämpften sie dann, um das Entschlüsselungsgerät zurückzuerlangen.

Die Maschine wurde sodann nach Fairhaven transportiert. Nach dem Bericht von Filira Caradini waren sie in der Lage, aus den alten Bernsteinwürfeln folgende Worte zu extrahieren: "´Díe Weisen kennen den Schlüssel". Danach allerdings geschahen viele unerwartete Dinge, die im zweiten Großen Schwarm gipfelten; womit die Arbeit der vier Gelehrten ein vorläufiges Ende fand, da sie mit allen anderen Homins vor den Kitinschwärmen ins Exil fliehen mußten.

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#3 [de] 

Als die höheren Mächte den Homins kundtatenn, daß die Neuen Lande wieder sicherer geworden waren, kehrten viele Homins dahin zurück, um ihre zur Heimat gewordenen Städte wieder zu besiedeln, die noch übrigen Kitingruppen zu bekämpfen und zu vertreiben. Nur etwas später begaben sich auch die vier Gelehrten wieder an ihre Arbeitsplätze in Pyr, Yrkanis, dem Seenland und den Dschungel zurück. Es dauerte noch etwas länger, dann machten sie sich erneut nach Fairhaven auf, wo das große Karavan-Gerät die Zeit des zweiten Exodus und die Kitininvasion in annehmbaren Zustand überstanden hatte.

Nicht lange nachdem die vier Gelehrten in Fairhaven ihre Arbeit wieder aufgenommen hatten, kam schon ihre nächste schlechte Nachricht: die Entschlüsselungs-Maschine der Karavan ist so gebaut, daß sie Bernsteinwürfel nur in neue, leere Bernsteinwürfel hinein übersetzen kann. Das hieß also, daß nun dringend unbeschriftete Bernsteinwürfel benötigt wurden, um die Entschlüsselungsarbeit fortsetzen zu können. Überraschenderweise wurde dazugesagt, daß ein Händler im Trykerland angeboten hätte, solche Würfel zu besorgen.

Am 21. Fallenor im zweiten Zyklus des AtysJahres 2573 (OOC: 31. Mai 2013) kam auf Einladung eine große Gruppe Homins aus allen vier Natinen am Stall von Windermeer zusammen, die den Dialekt von Hoi-Cho, Windemeer, Dyron und Davae sprechen. Die Gelehrte Ba-Ben Len vom Stamm der Gischtläufer und Sprecherin der Tryker-Forschungsorganisation FISCH erklärte, daß ein Händler namens "Barry" bald eintreffen würde.

Wer aber dann in Wirklichkeit eintraf, oder vielmehr "herantorkelte", war weit weniger vom schlauen und verschlagenen Schlag eines Taliar Luth', sondern eher von Saris unbekümmerten experimentierfreudigem Naturell - nämlich eine junge Trykerin mit pinkfarbenem Haar, die sich vor Trunkenheit kaum noch auf den Beinen halten konnte. Diese Person gab zwar an, daß sie den Spitznamen "Banny" trug, stellte sich aber gleichzeitig als "Ba'babababan BURPsen" vor. (OOC: "burp" heißt auf Englisch "rülpsen" :) )

Es ließ sich mit hoher Wahrscheinlichkeit mutmaßen, daß der wahrer Name der Trykerin vermutlich einige "Bababas" weniger enthielt; daß sie aber möglicherweise in ihrem vernebelten Zustand ohnehin auf jeglichen mit "Ba" beginnenden Namens-Zuruf hören würde. Doch das nächste, was gleich im Anschluß auf die Begrüßung aus dem Mund der Trykerin kam, war ein ausgesprochen lautes Bäuerchen - und ein Flaschenkorken.

Dieser Moment sollte später noch zu einigen peinlichen Abenden führen, an denen Sari dies nachzumachen versuchte... Und zur Beantwortung der Frage, ob verschluckte Korken gesundheitsschädlich sind: ein, zwei Tage danach sollen die Stöpsel laut Saris Aussage recht schmerzhaft "im Abgang" sein. Es sei also hiermit dringend von Nachahmungs-Experimenten abgeraten!

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#4 [de] 

Obwohl sich bei der entspinnenden lallenden Unterhaltung mit der mehr als beschwipsten Trykerin Ba'Baban Burpsen die Zweifel mehrten, daß es sich bei ihr überhaupt um den richtigen zuständigen Homin handelte, der die leeren Bernsteinwürfel zu beschaffen zugesagt hatte, bestand die Dame fest darauf. Allerdings hatte sie - leider - keine solchen Würfel bei sich, und spuckte trotz wiederholten Rülpsern - zum Glück - auch keine Bernsteinwürfel aus. Stattdessen behauptete die immer dubioser wirkende Homina, daß sie die verlangten unbeschrifteten Bernsteinwürfel "machen" könne…

Dem fügte sie in kryptischer Andeutung hinzu, daß die Würfel jedoch danach noch "in Form geschliffen" werden müßten, und daß sie für die Beschaffung die Hilfe von mehreren Homins benötigte. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, konnte ich mich zu dieser Zeit des Gedankens nicht länger erwehren, daß Ba'Baban Burpsen eine Betrügerin war und in Wirklichkeit bloß einige Leute suchte, die sich hereinlegen lassen könnten, oder welche die schwankende Gestalt der Trykerin auf einer Sänfte oder ähnlichem durch die Gegend tragen sollten.

Wie oder daß überhaupt eine mit Alkohol dermaßen undiszipliniert umgehende und offenkundig unspirituelle Homina die edle Kunst der Herstellung von Bernsteinwürfeln beherrschen sollte, ging über meine Vorstellungskraft hinaus. Immerhin sind alle halbwegs gebildeten Homins über die lehrreiche Geschichte der Erschaffung der ersten Bernsteinwürfel durch die Kombination von Einfallsreichtum, Fleiß und Erfahrung informiert; spätestens seit dem Geschichtenabend mit dem Weisen Neoi Sui-Reg von der Gemeinschaft des Ewigen Baumes.

http://app.ryzom.com/app_lore/index.php?page=/projects/pubde/wiki /C_Die_Da%C3%AFsha_Stanza

Leider schien die gute Ba-Ben Len trotz allem entweder überzeugt oder verzweifelt genug, um der trunkenen Trykerin die wichtige Mission anzuvertrauen. Und allein schon, um zu sehen, was dabei herauskommen würde, überwand ich mich dazu, ebenfalls mitzukommen. Sie erklärte uns, daß wir zuerst einmal dahin gelangen müßten, wo sich "Shalal... Shalla... Shalalaaas" aufhielten - offenbar meinte sie Shalahs, die Fräulein Daomei Lin Carthan auch "Wischmops" nennt.

Da die Trykerin in ihrem beduselten Zustand zuerst in die falsche Richtung lief, übernahm der seenlandkundige Taliar Chanchey Breggan die Führung und lotste die Gruppe zunächst auf Anweisung der sich beim Schwimmen an Herrn Keldreths Gürtel hängenden Ba'Baban Burpsen in die Region Ursprung. Die Gelehrte Ba-Ben Len blieb in Windermeer zurück. Zum Leidwesen der ernsthafteren Homins verleitete die leichtfertige Trykerin im Verlauf des Weges sogar noch ein paar weitere Mitglieder der Gruppe zum "Verkosten" von Shookischnaps.

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#5 [de] 

Die noch immer alkoholisierte Ba'Baban Burpsen gewöhnte sich recht rasch an "ihren Matis", wie sie sagte, und blieb auch außerhalb des Wassers an ihm hängen - beziehungsweise stützte sich auf ihn, während unsere Homingruppe vom Ursprung die Strände des Überflusses ansteuerte. Doch bereits beim Quellsee fing die offenbar gar nicht so trinkfeste wie trinkfreudige Trykerin zu wanken und stottern an: "Ohoh... Ich glaube... mir... wird... schlecht." Daraufhin fiel sie an Ort und Stelle steif wie ein Stock einfach um und landete dabei halb im Wasser. Bei genauerem Hinhören konnten wir sie schnarchen hören.

Das war nun aber ein ärgerliches Malheur! Es erwies sich als ausgesprochen schwierige Aufgabe, die Dame wieder aufzuwecken. Leider hatte niemand würzige Gewürzpflanzen bei sich, die in solchen Fällen ja Wunder wirken sollen, und das Riechenlassen an ihrer eigenen Schnapsflasche (mit deren Inhalt man sehr gut Gewebe konservieren hätte können) zeitigte auch keinen Erfolg. Nicht einmal der einsetzende Regen, Zwicken, Rütteln sowie Gebrüll von Herrn Irfidel störte den trykerischen Ohnmachts-Schlaf.

Nach einer Behandlung mit einem Erste-Hilfe-Kit und dem Riechenlassen an einer Blume murmelte Ba'Ban Burpsen zwar etwas, aber es könnte sich auch um einen Traumfetzen gehandelt haben: "Blüüüüümsche". Dennoch brachte das die Umstehenden auf die Idee, Blumen von der Floristin in Yrkanis, Stingas und Konzentrationsblumen gegen den Geruchssinn der Alkohol-Betäubten einzusetzen. Fräulein Lin Carthan stopfte Ba'Ban Burpsen ein Mystia-Bouquet in den Mund, und das half endlich - die Bewußtlose fing zunächst an, versonnen auf den Blumen herumzukauen und setzte sich schließlich auf.

Leider spuckte die Trykerin die Blumen sogleich wieder aus, und wollte auch Herrn Gazzis stimulierende Larven nicht annehmen. "Wollt Ihr mich vergiften?" schnaubte sie. Anschließend gähnte sie und behauptete, daß ihr das "Nickerchen" gut getan hätte - um danach sofort wieder zur Flasche zu greifen. Niemand war schnell genug, sie davon abzuhalten; aber sie kippte zum Glück nicht sogleich wieder um. Sie war sogar wieder fähig, weiterzulaufen; und so ging's recht rasch in die Strände des Überflusses.

Kaum sahen wir dort eine Gruppe Shalahs, wurde es rätselhaft. Die mittlerweile immer dubioser erscheinende Ba'Ban Burpsen ordnete an, Shalah-Fell zu sammeln - aber nicht von toten Tieren, denn Blut dürfe keinesfalls dran sein. Shalahs würden sich zuweilen an Palmen scheuern, erklärte die Trykerin; daher müßten sich hier oder dort an der rauhen Palmenrinde ganze Fellbüschel von Shalahs finden lassen. Unsere erste Aufgabe war also, die Palmen genauer zu begutachten und Shalah-Fellhaare von dort einzusammeln.

Tatsächlich gelang uns das nach und nach; Fräulein Tatiana, Herr Irfidel, Herr Gazzi, meine Wenigkeit und andere meldeten Erfolge der Suchaktion und brachten der Trykerin das gewünschte Wuschelzeug. Ich hatte ja schon den Verdacht, daß sie sich für einen erneuten Ohnmachtsanfall einen Polster handarbeiten wollte, doch das war ein Trugschluß. Als nächstes nämlich sollten wir Faser und Rinde sammeln, deren Geruch die Shalahs angeblich mögen - und aus Rinde läßt sich kein sonderlich weicher Polster fabrizieren...

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#6 [de] 

Ein paar Homins hatten Rohstoffernte-Ausrüstung mit und konnten die zweifelhafte Trykerin rasch mit Faser und Rinde versorgen. Nun wurde es aber noch besser! Oder vielmehr.. noch schlimmer! Denn das nächste "Rohmaterial", das Ba'Ban Burpsen von uns verlangte, war... ich wage es kaum auszusprechen... Shalah-Dung, und zwar von Weibchen. Dafür sollten wir den Bauch der Tiere drücken, denn danach machen sie manchmal ihre Haufen, so behauptete die Schnapsn... Ba'Ban Burpsen. Dafür wollten sich diesmal nicht so schnell Freiwillige finden lassen; im Gegenteil traten die meisten Homins der Gruppe erstmal instinktiv einen Schritt zurück.

Doch schließlich erklärte sich Fräulein Kelda bereit, auch Fräulein Roweena überwand sich, dann Herr Iak, nach und nach auch andere Homins, sodaß Ba'Baban Burbsen in geraumer Zeit eine Auswahl von Dungproben zusammengesammelt hatte. Als nächstes ging es endlich, endlich um Bernstein! Wir suchten nach Anweisung der Trykerin ein Areal, an dem Bernstein im Boden zu finden sein sollte. Nachdem das genaue Fund-Gebiet für Bernstein eruiert war, wählte Ba'Baban Burpsen zwei Stellen aus, die jeweils ein Stückweit östlich bzw. westlich von der Bernsteinquelle entfernt lagen.

Die Homingruppe wurde angewiesen, sich in zwei Grüppchen aufzuteilen, die sich an diesen beiden Plätzen aufstellen sollten. Und nun wurde es spannend, denn die Trykerin bastelte mit den Materialien zwei Shalah-Attrappen - aus der Rinde baute sie ein Gestell zusammen, das mit Shalah-Haaren überzogen wurde, mit der Faser ausgestopft, und schließlich mit dem Dung "parfümiert". Einige Homins halfen dabei mit oder versuchten sich mit eigenen Kreationen; noch ganz unsicher, was denn damit jetzt weiter geschehen sollte.

Der vorletzte Schritt der höchst fragwürdigen Aktion sollte nun sein, diese zwei recht großen Attrappen mit jeweils vier Homins zu "bestücken". Diese, darunter meine bedauernswerte Wenigkeit, bekamen Matis-Helme ausgehändigt, die mit ausgehöhlten Hörnern gekrönt waren. Nun sollten wir uns in die Attrappen setzen, was Ba'Baban Burpsen höchst aufgeregt kommentierte: "So, die Helme haben links und rechts in den Hörnchen so Trompeten. Wir locken jetzt eine Shalah-Herde an, eine Herde von Männchen! Dazu müsst ihr wie Shalahs tröten! Einfach kräftig in den Helm pusten!"

Nun schwante uns Übles! Aber nachdem wir schon so weit gekommen waren... Jedenfalls kann ich sagen, daß die hinteren Plätze in der Attrappe ganz plötzlich die unbeliebtesten waren und sich alle von uns nach vorne zusammendrängten. Nach Anleitung der unbekümmerten Trykerin bliesen jetzt die vier Homins in einer der beiden Attrappen in diese Hörner; heraus kam ein Ton, der ungefähr so klang: "Rrrrrrrööööhmmmmmmmm!". Das wiederholten wir mehrere Male. Und Ba'Ban Burpsen bestätigte unsere schlimmsten Befürchtungen, indem sie fröhlich kundtat: "Die Shalahs glauben, es ist ein Weibchen auf Paarung! DIe Herde kommt!"

Die Umstehenden, die sich zunächst über das laute Getröte noch sehr amüsiert hatten, gingen schnell in Deckung, als eine kleine Gruppe Shalahs dahergetrampelt kam. Sogar die Homins aus der Attrappe verzogen sich verschreckt, denn die Shalahs umringten die falsche Artgenossin sehr rasch neugierig und schnupperten daran. Schnell sollte nun die andere Gruppe ihre Hörner ertönen lassen. Zum Glück taten sie das auch, und die interessierten Shalahmännchen stampften zur anderen Seite des im Boden vergrabenen Bernsteins. Die Trykerin erklärte nun endlich ihren Plan: "Dabei trampeln sie über den Bernstein und verdichten ihn!".

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#7 [de] 

Nunmehr ging es immer hin und her; zuerst stieß die eine Gruppe in ihre Hörner, dann die andere, und die Shalahs stapften fleißig über die Bernsteinstelle, immer von einer Attrappe zur anderen und wieder zurück. Ba'Baban Burpsen erläuterte: "Durch ihr Gewicht verändern sie die Bernsteine! Sie werden zusammengepresst und erhalten so besondere Eigenschaften!". Die Homins in den Attrappen standen nicht unbeträchtliche Ängste aus, ob das brüchige Rindengestell wohl von einem der Männchen ungeduldig besprungen werden und über uns zusammenfallen würde. Doch alles lief gut, offenbar waren die Männchen doch nicht so ganz von der Echtheit der "Weibchen" überzeugt - oder sie gehen einfach sehr gemächlich in diesen Dingen vor.

Daher durften wir nach einigen Wiederholungen dann endlich mit dem Getröte aufhören und nachsehen, ob die Aktion denn überhaupt etwas gebracht hatte. Die Homins mit den Buddelhacken suchten nach Bernsteinen und sollten überprüfen, ob sich darunter verdichtete Exemplare befanden, die man zu Bernsteinwürfeln formen könne. Diese sollten angeblich laut Ba'Baban Burpsen tief im Sand entstehen: "So eine Shalah-Herde hat ein enormes Gewicht!" Vor lauter Aufregung hatte die Trykerin sogar vergessen, weiter von ihrem hochprozentigen Gesöff zu trinken.

Das Schleifen der Bernsteinwürfel in die richtige Form sollte im übrigen dann jemand anderer bewerkstelligen; und die Gelehrte Ba-Ben Len hatte schon erwähnt, daß Tryker-Handwerkern dazu imstande wären. Wir hatten Glück und mußten die Tröterei nicht fortsetzen: tatsächlich fanden einige von uns Bernsteine, die deutlich fester und schwerer erschienen, als diejenigen, die man sonst so ausgräbt, die so leicht sind, daß sie am Wasser schwimmen. So ein Bernstein soll ja in Wahrheit aus Harz bestehen, heißt es; deswegen findet man recht oft eingeschlossene Insekten und sogar Blätter - aber ich bin keine Expertin in diesen Dingen.

Selbst ich mußte nun zugeben, daß die ungewöhnliche Methode zur Erzeugung von Bernsteinwürfeln offenbar effektiv gewesen war. Ba'Baban Burpsen kannte keine Bescheidenheit: "Ja, eine tolle Methode!". Es kratzte auch in keinster Weise an ihrem Selbstbewußtsein, als ich betonte, daß diese Methode meiner Einschätzung nach absolut verrückt war. Herr Irfidel setzte nachdenklich einen drauf: "Man muss betrunken sein, um sich sowas auszudenken!". Die Trykerin sammelte unsere Funde ein und verabschiedete sich.

Wir schlugen zwar noch vor, die Würfel sicherheitshalber lieber selbst in Windermeer abzuliefern, aber Ba'Baban Burpsen bestand darauf, das eigenhändig zu erledigen, doch sich davor erstmal ausgiebig betrinken zu wollen. Der betäubend nach Alkohol riechende Inhalt ihrer Flasche schien schon sehr geschrumpft zu sein, und Fräulein Roweenas Getränk war der Trykerin leiderweise offenbar nicht stark genug... Das machte uns zwar Sorgen, aber da sie schnell einen Pakt aktivierte, blieb uns nichts übrig, als darauf zu hoffen, daß sie auf irgendeine Art den Weg zu Ba-Ben Len finden konnte, oder wenigstens die Bernsteine selbst...

So ging dieses Abenteuer mehr oder weniger erfolgreich zu Ende.

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