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Ein Augenblick - ROLEPLAY - Ryzom Community ForumHomeGuest

ROLEPLAY


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#31 [de] 

September 29th, 2008, 12:40 AM


Berello ... die Schlacht tobte. Und es sah überhaupt nicht gut aus. Zumal noch Truppen in Loria waren.

Nur ein Gedanke beherrschte Eliza. Nicht noch ein Außenposten in Matis in Kamistenhand. Nicht auch noch Berello.

Ein Augenblick ... Elizabeth sah vor sich Berello. Es war still um sie herum. Treffer. Hilfesuchend drehte sie sich um. Sie war alleine. Marchese Ganesha verschwunden. Der Fürst war weg. Auch Dimand war nirgendwo zu sehen. Ungläubig drehte sie sich suchend im Kreis. Weit entfernt sah sie ein einziges Gildenabzeichen des Hauses funkeln.

Der nächste Treffer ... sie sank auf die Knie. Kraftlos starrte sie den Boden an. Noch ein Treffer. Sie konnte sich nicht mehr auf den Knien halten. Im Fallen sah sie einen kurzen Augenblick lang, wie ihr Gildenabzeichen sich löste und ebenfalls in den Holzstaub fiel. Einen Augenblick ... einen Augenblick versuchte sie nach ihm zu greifen, bevor sie es weiter von sich weg schob.

Der Kampf um sie herum tobte weiter.

#32 [de] 

September 29th, 2008, 12:56 AM



Sie schlug die Augen auf. Ein Augenblick ... . Ihr Körper schmerzte, als ob eine Herde Armas über sie hinweggerannt wäre. Orientierung. Langsam wich die Schwärze in ihrem Kopf der Erinnerung ... Berello! Ihre persönliche Niederlage. Sie lag immer noch auf Berello. Man mußte sie für tot gehalten haben.

Und fast wäre es auch so gewesen. Sie wußte, dass Ihr Lebenssamen fast ausgelöscht war. Sie hörte, dass sich jemand näherte. Sie hörte Mektoubschnaufen. Mühsam bewegte sie den Kopf in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Sie blinzelte in die Sonne und sah nicht weit entfernt eine Fyros in einer Trykerrüstung auf ihrem Mektoub heranreiten. Antanox.

"Hilf mir." Ihre Stimme war so leise, dass sie keine Hoffnung hatte, dass sie gehört worden war. Doch plötzlich spürte sie einen Stiefel in ihrer Seite.

"Steh auf!" Als die Fyros erkannte, dass das wohl im Augenblick für die Matis nicht machbar war, half sie ihr auf die Füße.

"Soll ich Dich nach Yrkanis bringen? Ins Haus?" Müde schüttelte Eliza den Kopf "Nur hier weg. Bitte."

Antanox nickte und zeigte in Richtung Wüste. "Du kannst mit mir nach Pyr kommen."
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#33 [de] 

October 5th, 2008, 01:13 AM



Mit einem nachdenklichen Lächeln starrte Elizabeth ins Feuer. Das Feuer brannte in Dyron, bei den Händlern. Sie streckte sich. Ein anstrengender, aber befriedigender Tag.

Entspannt schloss sie die Augen und dachte mit leichter Wehmut an Berello zurück. Sie dachte an den Moment, als ihr Gildenabzeichen zu Boden fiel. Sie wollte danach greifen. Aber allein auf Berello zu stehen war zuviel gewesen. Sie waren einmal ihre Familie. Aber das fühlte sich nicht mehr so an für sie. Sie hatte es fallen lassen.

Antanox hatte sie mit nach Pyr genommen und dafür gesorgt, dass sie sich schnell von den Blessuren des Kampfes erholte. Eliza hatte darum gebeten, bleiben zu dürfen.

Lächelnd streckte sie ihr Gesicht in die Abendsonne.

Alles war ruhig zur Zeit. Sie hatten sogar Westwald beim letzten Angriff verteidigen können. Aber der Krieg schwelte, das wußte sie, die nächsten Kämpfe würden nicht lange auf sich warten lassen. Es war gefährlich ruhig.

Langsam öffnete sie die Augen und sah in die Flammen. Dunkle Augen starrten sie an, vertraute Gesichtszüge, ein Lächeln: "Liebe überwindet alles" ... "Das glaube ich nicht."

... hastig sprang Eliza auf und lief ihre Ausrüstung holen. Sie hatte noch viel an sich zu arbeiten. Sie würde die Invasoren aus Matis vertreiben, koste es was es wolle.

#34 [de] 

October 5th, 2008, 02:17 AM



Zarah, das kleine Trykermädchen, um das sich Eliza kümmert hüpft fröhlich singend um Elizabeth herum. "Miss Eli, erzählst Du mir eine Geschichte?"

Eliza schaut lächelnd auf das Mädchen herunter. "Ich dachte gerade an einen Abend in Pyr und an ein kleines Lied. Das könnte ich Dir vorsingen. Ich muss Dich allerdings vorwarnen, es geht um Liebe in dem Lied."

Zarah zieht die Nase kraus und überlegt einen Moment: "Küssen die sich?" Elizabeth verkneift sich ein Lachen "Lass mich überlegen. Hmmm ... so richtig nicht, glaube ich, zumindest erfahren wir nichts davon." Zarah guckt erleichtert und zieht Eliza zum Feuer: "Dann will ich es hören. Bitte!"

Lachend läßt sich Eliza neben dem Feuer fallen. "Na gut Du Quälgeist."

Sie schließt die Augen und fängt leise an, singend zu erzählen:





Es gab einmal vor langer Zeit zwei Königskinder. Ihre Namen waren Farameh und Morowarn. Farameh war eine hübsche junge lebendige Matisdame, die das Tanzen liebte und jeden Tag fröhlich war. Morowarn war ein dunkelhaariger junger Matismann, welcher bei den Fyros aufgewachsen war.

Eines Tages, es war im Frühling, tanzte Farameh wie so oft über die blühenden Wiesen von Matia und versuchte Schmetterlinge zu fangen. Sie schaute in die Luft und lief direkt Marowarn in die Arme.

Ihre Augen versanken ineinander und fortan verbrachten sie jede freie Minute miteinander. Ihre Liebe zueinander wuchs und sie konnten keinen Tag ohne den anderen sein.

Von all dieser Liebe bekam niemand etwas mit, da sie sich immer abseits von allen anderen trafen. Bis zu dem Tag, als es durch die Straßen von Yrkanis hallte: Krieg. Krieg! Die Fyrosarmeen greifen an.

Und so kam es, dass sich die matisianische Armee und die Fyrosarmee an der Grenze gegenüberstanden, just in der Nähe der Wasserfälle, die heute Virginia Wasserfälle genannt werden.

Bis zu diesem Augenblick wußte weder Farameh noch Marowan, welcher Herkunft der jeweils andere war. Nun aber stand Farameh neben ihren Eltern und Marowarn neben seinen Pflegeeltern.

Sie standen sich gegenüber auf dem Schlachtfeld. Als sie verstanden, wurden sie bleich. Kein anderer nahm dieses Drama wahr. Ungeachtet des um sie tobenden Kampfes versuchten die Liebenden zueinander zu kommen. Ihre Hände trafen sich, ihre Lippen berührten sich.

Doch genau in diesem Moment durchbohrte ein Schwert Farameh von hinten. Marowarn starrte entsetzt auf das Blut auf seiner Hand. Er nahm die sterbende Farameh auf die Arme und flüchtete mit ihr zu den Wasserfällen. Dort legte er sie in das weiche Gras und hielt sie im Arm bis sie ins Licht ging.

Sodann folgte er ihr, indem er sich in die Wasserfälle stürzte.

Und wenn man sich heute dort aufhält und genau hinhört, dann hört man sie lachen, sieht die Schmetterlinge und ein stilles Leuchten des Glücks.




"Oh." Zarah guckt Eliza mit großen Augen an. "Das ist aber eine traurige Geschichte." "Vielleicht Zarah." ... Eliza lächelt aufmunternd ... "Aber eigentlich doch nicht. Sie sind immerhin doch glücklich, da wo sie jetzt sind." Zarah legt den Kopf schief, zieht eine Augenbraue hoch, genauso wie Eliza das immer macht und fragt dann: "Glaubst Du das wirklich Miss Eli? Das ist doch erfunden!" Elizabeth lacht und sagt fröhlich: "Und ich glaube es trotzdem."

#35 [de] 

October 27th, 2008, 01:29 PM




Müde läßt sich Eliza am Rande des Sees in Dyron fallen und taucht erstmal ihr Gesicht in das Wasser. Sie widersteht der Versuchung, direkt den Rest folgen zu lassen, tränkt Ihre Mektoubs und bindet sie dann im Stall fest. "Fütter sie bitte." weist sie den Stallburschen an.

Es ist bereits Nacht und die Sterne breiten ein mildes Licht über Dyron. Das Trainingslager war mehr als anstrengend. Sehnsüchtig schaut sie zum Wasser und dann auf den Brief, den ihr der Stalljunge in die Hand gedrückt hat. Jetzt bekam sie ihre Post schon nach Dyron. Wie es wohl in Yrkanis jetzt aussah? Eigentlich müsste Frühling sein. Aber in der Wüste bekam man davon ja nicht viel mit.

Sie riss eilig den Brief auf und überflog ihn. Er war von einem ihrer Informanten. Seltsame Dinge taten sich in Matis. Sie runzelte die Stirn. Die Alliance of Honor forderte die Chosen of Jena zu einem Kampf um Westwald. Die Konsequenzen bei einer Ablehnung waren nicht ganz klar. Unwillig schüttelte sie den Kopf. "Typisch." dachte sie "Irgendwie kann ich sie ja verstehen. Aber so? In dieser Situation? Schlecht schlecht. Naja, Gooony war sicherlich nicht ganz unschuldig daran. Sie selbst hatte sein Handelsgebaren schon mitbekommen. Aber direkt so eine Drohung. Hannah, Hannah."

Sie bat den Stalljungen um ein Blatt Pergament. Hastig schrieb sie einen kurzen Brief nach Yrkanis, worin sie um Aufklärung bat, was genau die Konsequenzen einer Ablehnung des Kampfes wären. Der Stalljunge hatte ihr direkt zwei Blätter gegeben. Sie starrte das zweite Blatt an. Auf dem Pergament war auf einmal ein Gesicht zu sehen. Augen, die sie mit mildem Spott ansahen. Ein warmes, gleichzeitig spöttisches Lächeln. Wie von selber schrieb sie eine Nachricht an ihn, eine Bitte, eine Bitte sich zu sehen.

Als ihr Blick wieder klar wurde starrte sie auf die Zeilen. Wütend zerknüllte sie das Blatt und warf es in den Holzstaub. Dyron war ruhig, keine Hominsseele zu sehen. Sie lief auf den See zu und ließ ein verstaubtes, verschwitzes Kleidungsstück nach dem anderen fallen. Als sie schließlich einigermaßen sauber wieder aus dem See stieg, fiel ihr Blick wieder auf das zerknüllte Blatt auf dem Boden. Zögerlich hob sie es auf und pfiff einen Botenizam heran.

#36 [de] 

November 4th, 2008, 05:55 PM



Eliza lehnte im Türbogen vor der Gildenhalle und genoss das abendliche Treiben in Pyr. Sie hatte sich in die Schatten zurückgezogen und konnte so ungestört alles beobachten.

Eilig stürzte ein Bote in den Aufgang. Er schien sie überhaupt nicht wahrgenommen zu haben. „Hmmm.“ Sie schaute ihm erstaunt nach.

In der Ferne hörte sie aufgeregte Stimmen. Neugierig lauschte sie und vernahm den Namen Neferath. Bei dem Klang des Namens stellten sich ihre Nackenhärchen auf. Neferath. Rachsüchtiger verblendeter Zorai. So hatte sie ihn erlebt. Damals war sie ganz jung, ganz naiv und voller Glauben an den Frieden gerade in Yrkanis eingetroffen. Geschockt hatte sie zusehen müssen, wie jemand von ihm gefoltert wurde. Aber die Zeiten hatten sich geändert. Lange war dies her, der Name Neferath war viele viele Jahre nicht mehr gefallen …

#37 [de] 

November 5th, 2008, 01:34 PM



... neugierig läuft Elizabeth den Stimmen nach. Sie schnappt aber nur Worte der Empörung auf. Chanchey kommt Ihr fröhlich pfeifend entgegen und grinst sie breit an. "Hast Du eine Ahnung, was die Aufregung bedeutet?" - "Du warst wohl ein paar Tage nicht in Pyr was?" "Eher selten." Er zeigt in Richtung Markt und Aushangtafel, murmelt noch etwas von Zorais und Ohren und läuft dann pfeifend weiter. Eliza muss unwillkürlich lächeln. Sie in jeder Lage zum Lächeln zu bringen, das konnte fast nur Chanchey. Manchmal beneidete sie ihn um die Leichtigkeit, mit der er scheinbar mit Problemen umgehen konnte.

An der Anschlagtafel fällt ihr direkt das große Pergament in die Augen und erstaunt liest sie die Proklamation. "Interessant!" ... im Kopf spielte sie kurz die Möglichkeiten und Folgen dieser Ankündigung durch. "Sehr interessant!" ... "Neferath!" Der Name hatte auf einmal einen ganz anderen Klang. Eliza lachte leise und fing sich dafür einige böse Blicke der Fyros in ihrer Nähe ein. "Der Streit in den Reihen der Feinde schien nicht so harmlos zu sein, wie er von einigen dargestellt wurde." dachte sie. Selten bat sie die Göttin um etwas, aber nun war es an der Zeit.

Sie brach ihr Teleporterticket für Yrkanis und lief zum Tempel. Still kniete sie sich hin und dachte an die Göttin in ihr. In Gedanken formte sie ein Bild. Das Bild von Karavaniers, viele bekannte Gesichter. Sie reichten sich die Hände und schlossen einen Kreis um Matis. Einige hielten symbolisch ihre Hände schützend über Tryker. 'Göttin, erleuchte die Ungläubigen, erleuchte die Zweifler, erleuchte die Kämpfer, erleuchte jeden einzelnen, der sich Dir verpflichtet hat. Lasse sie erkennen, dass einzig eine geeinte Macht eine Chance hat, solange es beim Feind gährt. Lass sie vergangene Fehden vergessen. Vernunft regieren, Vernunft und Geschlossenheit. Enttäusche mich nicht Göttin. Enttäusche mich nicht.'

#38 [de] 

November 10th, 2008, 01:16 PM



Dunkelheit. Schwärze. Eliza sah nur in der Ferne einen Lichtschein. Vorsichtig schlich sie darauf zu. Ein Feuer brannte in der Dunkelheit. Um das Feuer waren Homins versammelt. Ihre Gesichter waren verzerrt, entstellt durch unbändigen Hass. Eliza wandte sich angeekelt von der Hässlichkeit der Fratzen ab. Die Fratzen stimmten einen flüsternden Singsang an. „Loria, wir holen Loria. Immer wieder. Immer wieder.“ Die Stimmen klangen entsetzlich schrill und unwirklich.

Plötzlich zeigte eine der Fratzen auf sie. „Holt sie!“ Ihre Stimme zitterte, als sie flüsterte: „Jena wird mich beschützen, Jena wird Euch bestrafen!“ Angsterfüllt wich sie zurück. „Wir sind Diener Jenas kleines Mädchen!“ „Nein!“ Eliza schrie entsetzt auf, als die Fratzen immer näher kamen, mit ihren klauenähnlichen Händen nach ihr fassten. Grelles Licht. Eine donnernde Stimme. …

… Eliza blinzelte in die Sonne, die durch die Palmwedel schien. Zarah rüttelte an ihrer Schulter. „Miss Eli, Miss Eli! Aufwachen. Du schreist ja ganz furchtbar.“ Die kleine Trykerin weinte fast „Miss Eli, sag doch was.“ Bemüht, die Kleine zu beruhigen, lächelte sie und setzte sich auf. Sie hatte wieder mal in Dyron am See geschlafen. In Yrkanis hatte sie in letzter Zeit keinen guten Schlaf gehabt. Und nun auch hier.

Zarah umarmte sie. „Oh Jena sei dank! Ich hab hier wieder einen Brief für Dich Miss Eli. Jemand hat ihn mir in die Hand gedrückt, den kannte ich gar nicht.“
„Danke meine Kleine.“ Sie riss den Brief auf und las, was in ihm stand.

Ungläubig starrte sie auf den Text und dachte an den Traum. „Jena hat sie bestraft!“ flüsterte sie kaum hörbar und lächelte still.

#39 [de] 

November 11th, 2008, 09:22 PM



Nachdem ihr Gesprächspartner die Bar verlassen hatte, blieb Eliza gedankenverloren bei Lydix sitzen.

"Die Pfade der Erleuchtung sind schwer zu erreichen." hatte seine Schülerin ihn zitiert. Sich selbst vertrauen und herauszufinden, wo das Licht für sie leuchtet, das war sein Rat. Die Wahrheit lag bei dem, mit dem sie in Liebe verbunden war.

"Liebe!" Ein großes Wort. Eigentlich klang es einfach. Aber wie oft bediente man sich ungerechtfertigter Weise dieses Wortes. Es gab viele Arten von Liebe. Die Liebe einer Familie, die Liebe von Freunden und natürlich die Liebe, die zwei Homins verband.

Es soll ein wundervolles Gefühl sein, hatte sie gehört. Sie erinnerte sich an die Wärme und Geborgenheit ihrer Familie. Und ... und an den Schmerz.

Liebe war das größte Geschenk und gleichzeitig höchste Gefahr. Jemanden zu lieben bedeutete, ihm eine gewaltige Waffe an die Hand zu geben und sich gleichzeitig ungeschützt vor ihn zu stellen.

Eliza fürchtete diese Verletzbarkeit und gleichzeitig sehnte sie sich danach. Sie versuchte sich vorzustellen, wie es wäre, jemanden zu finden, dem sie so vertraute, dass sie glauben konnte, dass er die Waffe nie verwenden würde.

Das Geräusch von klappernden Flaschen ließ sie erschrocken hochfahren. "Oh, Du willst sicherlich schlafen. Entschuldige." Der Wirt lächelte sie aus dem wettergegerbten Gesicht an. "Wenn es Dir nichts aus macht." Eliza legte die Bezahlung für das Ocyxfeuer auf den Thresen und schlenderte hinaus in die sternenklare Nacht.

Das Gespräch im vergänglichen Garten war zwar interessant gewesen, jedoch nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Sie war froh, dass Chanchey dabei gewesen war. Ohne ihn wäre sie manchmal hilflos gewesen, da sie nicht auszudrücken vermochte, was sie sagen wollte. Vielleicht war sie auch für den ein oder anderen Satz zu feige. Und vielleicht kommen irgendwann andere Zeiten. Eliza runzelte die Stirn. Ein paar Homins waren der Einladung gefolgt. Immerhin. Ein paar Vertreter der United Homins waren da gewesen - charmant wie immer *sie lächelte ironisch*, Biggy, Cyrillis und Neferath. Neferath. Reden konnte er, aber er sagte nichts. Ach ja. Dieser Fyros noch, der dem Haus Elantar den Krieg erklärte hatte. Wie war noch sein Name? Gadeus? Glatteus? Sie zuckte mit den Schultern. Unwichtig. Er hatte nichts wirklich interessantes zu sagen gehabt.

#40 [de] 

November 12th, 2008, 01:18 PM



Verwirrt sah sich Eliza um und verdrehte dann die Augen. Sie hatte die falsche Rune benutzt und stand jetzt in Thesos. Naja, wenn sie schon mal da war, konnte sie auch hier zum Händler laufen. Als sie sich der kleinen Oase näherte, hörte sie in der Stille gewaltige Schläge.

"Hmmm. Was ist denn hier los? Wird der Turm abgerissen?" ... neugierig lief sie weiter. Plötzlich sah sie eine Bewegung am Stall. "Ach Du ...! Beim großen Vorax!" ... sie traute ihren Augen nicht. Da stand der Zorai, den wohl jeder auf Atys schon aus hundert Metern Entfernung von anderen unterscheiden konnte. Naja, außer vielleicht von Wey. Sie schlich näher. Da stand tatsächlich Phazer am Stall und benutzte eine Kamikeule, um etwas in die Wand zu schlagen. Seine Rüstung war ganz staubig und irgendwie seltsam abgewetzt. "Pack!" Eliza lachte erleichtert. Sie hatte schon gedacht, sie würde einen Geist sehen. Aber das konnte nur Phazer sein. Der drehte sich plötzlich um und sah in ihre Richtung. Sie erstarrte. "Karapack!" Die Keule landete in seiner geöffneten Hand. "Hallo Phazer! Auch schön Dich zu sehen!" Eliza grinste unsicher. Die Keule landete nochmal in seiner Hand. "Äh ...! Ähm ... tschüss Phazer!" Eliza drehte sich wie in Zeitlupe um, verharrte einen Moment und sprintete dann los. Für ihren Geschmack viel zu langsam.

#41 [de] 

November 27th, 2008, 01:16 PM



"Schokoladenkuchen!" Zarah`s Augen leuchteten. Still beobachtete Elizabeth, wie viel Freude die Kleine hatte. Die Argonauten kümmerten sich rührend um die kleine Trykerin. „Dampfeschön.“ Zarah hatte sich schon das erste Stück Kuchen in den Mund geschoben. Gerade bekam sie noch von Yuu eine große Milch mit Honig zugeschoben.

Eliza runzelte leicht die Stirn. War es richtig, dass sie sie so oft alleine in Yrkanis ließ oder sie mit nach Pyr und Dyron nahm? Sie hatte zwar bemerkt, dass Antanox scheinbar einen Narren an ihr gefressen hatte, denn die sonst so zurückgezogene Fyros verwöhnte die Kleine, wenn sie meinte, Eliza bekäme es nicht mit. Aber dennoch. Sie war viel zu oft alleine.

Eliza war wochenlang in der Wüste unterwegs gewesen und hatte wie eine Besessene Material besorgt, Munition gebaut und geübt, bis sie Blasen an den Händen hatte. Sie seufzte innerlich, versuchte sich aber vor den Argonauten, die die Weihe eines neuen Mitgliedes feierten, nichts anmerken zu lassen.

Der letzte Kampf um Ginti war eine Katastrophe gewesen, obwohl sie soviel Hoffnung gehabt hatte. Hannah hatte den Angriff sehr früh abgebrochen. Hatten sie dadurch eine Chance vertan? Und dann hatten einige der Kamisten auch noch ihr Reittier getötet. Wie konnte man nur seine Launen an einem wehrlosen Tier auslassen? Verabscheuenswürdig. Aber sie hatte herausbekommen, wem sie dies zu verdanken hatte. Zorais Wachen hatten einmal ihren Respekt genossen. Es war nicht einfach, sich diesen zu verscherzen. Alles eine Frage der Ehre.

Gedankenverloren strich sie Zarah über die Haare. Als diese mit strahlenden Augen und schokoladenverschmiertem Mund zu ihr aufblickte, musste sie unwillkürlich lächeln. Ein warmes Gefühl breitete sich in ihrem Herzen aus. Familie! Dafür lohnte es sich, weiter zu machen.

#42 [de] 

December 18th, 2008, 01:17 PM



Eliza sog scharf Luft ein. Die kalte Luft brannte in ihren Lungen. Sie biss die Zähne aufeinander und stieß sich ab. Das Wasser schlug über ihrem Kopf zusammen. Ein Winter in der Wüste war nicht zu unterschätzen. Gut, dass das Wasser nicht ganz so sehr abkühlte wie die Luft.

Langsam drehte sie im großen See in der Ofloaks Oase ein paar Runden. Über ihr war nur der Sternklare Himmel und in der Ferne hörte sie die Zangen von ein paar Cloppern. Sie entspannte, ließ sich auf dem Rücken einfach treiben.

Momentan war es wieder sehr ruhig auf Atys. Das machte ihr ein wenig Sorgen. Vor ein paar Tagen oder vielleicht schon Wochen gab es nur ein wenig Aufregung aufgrund einer verschwundenen Karawane. Sie selber war zu dem Zeitpunkt im Trainingslager und hatte dadurch nur Erzählungen mitbekommen. Es hieß die Gouverneurin hatte einen wertvollen Bernsteinwürfel fast verloren. Ranger hatten Homins um Hilfe beten und sie hatten mit Mühe und Not den Bernsteinwürfel im Ausweichenden Wald aus der Kitinfestung bergen können.

Achja, das Waisenhaus in Yrkanis brauchte Hilfe. Die Herrscher der drei anderen Länder hatten wohl gespendet und jemand musste helfen die Sachen zu entladen. Wenn sie Zeit hätte, würde sie mithelfen. Und am Tag darauf wäre schon das Segensfest. Eliza lächelte mit geschlossenen Augen.

Es muss auch mal eine Zeit geben, wo man sich solchen Dingen widmet.

Der Außenposten der Guardians of Aeden Aqueous wurde friedlich an die Arise of the Ashes übergeben. Das freute sie. So konnte er besser genutzt werden.

Vorgestern hatten sie alle zusammen eine Jagd veranstaltet. Die Argo Navis, Arise from the Ashes, Kitin Riders, Jasurro vom Haus Elantar und Muetze von den Rising Phoenix. Eine wundervolle Runde und ein einzigartiger Spass. Aber er sollte nicht einzigartig bleiben. Wieder lächelte Elizabeth und bewegte ihre Hände durch das Wasser. Alle waren dafür gewesen, es zu wiederholen. Es war schön zu sehen, wie gut die Zusammenarbeit gewesen war.

Vielleicht ... sie überlegte ... ach ... morgen ist auch noch ein Tag ...! Ein aufmerksamer Zuhörer konnte ein paar Minuten später einen scharfen Atemzug hören und einen leisen Fluch über Kälte, Nadeln und nackte Haut.

#43 [de] 

December 27th, 2008, 12:23 PM



Eliza trieb immer und immer wieder die Hacke in den Boden. Automatisch achtete sie darauf, dass die Quelle dabei stabil blieb. Fast wütend bearbeitete sie den Boden. Immer noch war sie beschämt und wütend auf sich selber, dass sie den Angriff auf ihren Außenposten so spät bemerkt hatte. Aber das passierte, wenn sowohl Antanox als auch sie auf längeren Reisen waren. Dennoch, was für ein Affront, von einer vorgeblichen Karavangilde angegriffen zu werden. Eliza hielt einen Moment inne. Wieder sah sie vor sich, wie der Außenposten sich mit Homins füllte. Ein Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit. Ein stolzes, triumphierendes Lächeln und dennoch voller Wärme. Alle, ausnahmslos alle anderen Karavangilden hatten ihre Unterstützung demonstriert. Alle waren sie dagewesen. Und sogar Freunde, die nicht den Jenagläubigen angehörten, hatten sie unterstützt. Auf all das konnte man stolz sein, unendlich stolz und froh, dass man solche Freunde hatte.

Schade nur, dass das ganze ihr etwas das Segensfest verdorben hatte, da sie so mit der Organisation beschäftigt gewesen war, dass sie geistig nur halb bei der Suche nach der Karawane und dem Trek nach Yrkanis anwesend war. Zu sehr war sie in Sorge gewesen. Sie hatte weder der Geschichte von Ciosso, noch dem glanzvollen Auftritt der Königin die Aufmerksamkeit widmen können, die beides verdiente.

Nur ein Ereignis am Rande hatte sie kurz in die Wirklichkeit holen können. Als sie kurz mit Zeron über den bevorstehenden Kampf sprechen wollte, äußerte sich Purpur, eine junge Matis aus seinem Haus sehr laut über etwas, worüber sie gar nicht nachdenken wollte. Sie hatte nichts darauf zu antworten gewußt, aber ein Gespräch gestern mit Zeron hatte sie nochmals davon überzeugt, dass an der Vermutung der jungen Matis nichts handfestes war. Eliza lachte leise. Sie wurde nicht ganz schlau aus dem blonden Matis. Mal war er frech, dann ernst, dann sehr zurückhaltend und ein anderes Mal wußte sie nicht, wie ernst sie ihn nehmen sollte. Die Zusammenarbeit mit ihm klappte reibungslos, das war die Hauptsache.

Ein Brüllen. Eliza schaute erschrocken von der Quelle auf. Raj! Schon wieder. Seufzend unterbrach sie ihre Arbeit und drückte sich an den Rand der Höhle, wo er sie nicht sehen konnte.

#44 [de] 

December 30th, 2008, 11:44 AM



Eliza seufzte. Sie hatte eine anstrengende sinnlose Diskussion hinter sich. Die Doppelmoral einiger Homins erstaunte sie immer wieder aufs neue. Ein Sieg - so klein er auch sein mochte - war aufgrund der Größe ihrer Fraktion nur mit der Hilfe von Finten möglich. So war es gekommen, dass man Hilfe stellte, als gestern so ein kleiner Sieg möglich war. Fast fassungslos standen alle auf dem Außenposten und einige weinten und freuten sich wie kleine Kinder, so ungewohnt war das Gefühl eines Sieges. Und so wichtig war es, dass sie noch einmal dieses Gefühl spüren konnten. Nur einmal - wenn auch für kurze Zeit. Aber der Zorn der Ma-Duk-Anhänger war mächtig. Elizabeth senkte den Kopf. Sie sahen nicht bis über den Tellerrand. Sobald man in ihr Revier vordrang, reagierten sie wie bissige Hunde, nur ihr Eindringen in unsere Heimat - dafür fielen ihnen jederzeit gute Entschuldigungen ein. Gönnerhaft brüsten sie sich mit Großmut, doch sobald man es wagt, etwas zu tun, was ihnen nicht passt, dann stehen sie parat. Allein der Vorwurf man würde einer Gilde helfen, die kein Ansehen genoss. Eliza lachte bitter. Was erwarteten sie? Es gab nicht mehr viele Karavan. Beissenden Spott erntete die Zerstrittenheit der Fraktion. Und dennoch erwartete man, dass man Homins ausgrenzte? Homins, die fast immer halfen? Nein. Nur weil sie sich wünschten, dass der Zusammenhalt der Karavan noch schlechter werden sollte, deswegen musste man dem nicht in die Hände spielen. Wem mußte sie Ehre beweisen? Den Ma-Duk-Gläubigen oder ihrer eigenen Fraktion?

"Ich bin Karavan. Wir sind Karavan."

#45 [de] 


Ein Geheimnis ...



Ein Traum

Kurz nach Hochtürme: Über Dyron leuchteten die Sterne, man hörte die Geräusche der Wüste, das Knistern des Lagerfeuers. Hinter dem See war ein kleines Zelt aufgeschlagen, unauffällig, es passte sich der Farbe der Umgebung an. Der Fremde näherte sich dem Zelt und sah neugierig hinein. Das Zelt beinhaltete nur ein Nachtlager und außerdem den Sattel eines Mektoubs. Auf dem Nachtlager lag eine blonde Frau. Lange blonde Locken bedeckten das Gesicht, ihren Körper hatte sie unter Fellen zusammengerollt. Der Fremde verharrte regungslos, als sich die Frau stöhnend bewegte. Fasziniert starrte er ihr Gesicht an, was die Haare nun freigegeben hatten. Sie war ohne Zweifel eine sehr hübsche Person, doch ihr Gesicht sah gequält aus. Sie strahlte im Schlaf so eine unendliche Traurigkeit und Zerrissenheit aus, dass er unwillkürlich den Drang verspürte, sie zu trösten. Wieder bewegte sie sich unruhig und flüsterte im Schlaf: „Nein, verlass mich nicht.“ Ihre Stimme war rau vor Schmerz und Verzweiflung. Tränen rannen über ihre Wangen. Der Fremde wollte gehen, nicht länger Zeuge sein, ihre Stimme hielt ihn jedoch gefangen. „Mein Herz gehört Dir, nur Dir. Es ist bei Dir seit Jahren. Niemals kann ich es jemand anderem schenken. Du hältst es zu fest.“ Ihre Stimme klang flehend. Sie schluchzte laut und redete dann weinend weiter, jedoch verstand er kaum noch etwas. Nur die Worte Krieg, Pflicht und Feind. Beim Wort Jena horchte er auf. Er sah sich genauer um und erkannte nun auch auf dem Sattel Abzeichen, die sie als Mitglied der feindlichen Armee auswies. Eigentlich sollte er ihr direkt mit dem Dolch die Kehle durchschneiden. Eine weniger. Aber irgendwas hielt ihn davon ab, vielleicht der Schmerz, den sie ihm unfreiwillig offenbart hatte. Plötzlich horchte er auf, sie hatte in dem ganzen Wirrwarr einen Namen genannt. Erstaunt sah er auf sie herab. Konnte das sein? Er musste ihm auf jedem Fall Bericht erstatten über diesen Vorfall. Eilig zerbrach er eine Porterrune für Pyr und eilte durch die dunklen Straßen der Wüstenstadt um bald darauf vor der imposanten Tür einer der größten Gilden halt zu machen. Er hämmerte ungeduldig gegen die Tür: „Laßt mich ein, ich habe Informationen für Euren Anführer!“ Es dauerte eine Ewigkeit, ehe er schlurfende Schritte hinter der Tür hörte. Ein alter Bediensteter öffnete eine Luke an der Tür und leuchtete ihn mit einer Laterne ins Gesicht. „Was gibt’s? Was veranstaltest Du mitten in der Nacht für einen Lärm.“ „Ich muss mit Eurem Herrn sprechen!“ „Meinem Herrn?“ ein krächzendes Lachen begleitete die Worte des Alten. „Welchen von den vielen?“ Eine autoritäre Stimme klingt aus den Tiefen des Hauses: „Was gibt es?“ „Der Flegel da draußen behauptet, er hätte Informationen für Euch.“ „So? Na dann lass ihn rein, wach bin ich einmal.“ „Ich weiß nicht, wie wichtig es ist, aber Ihr solltet es erfahren … der Fremde berichtete von der Frau und dem was er von ihr erfahren hatte.
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