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Ein Augenblick - ROLEPLAY - Ryzom Community ForumHomeGuest

ROLEPLAY


Ein Augenblick

19. August 2009




An diesem stillen wunderschönen Sommertag wehte nur ein laues Lüftchen durch die Wiesen von Matia. Horden von Bodocs zogen durch die Wälder und in den Städten und Dörfern saßen die Wachen in der Mittagssonne und erzählten sich Geschichten aus alten Zeiten.

Aus einem der Wohnbäume trat eine Matis und streckte sich in die Sonne. Blonde zerzauste Locken fielen bis auf ihren Rücken und sie war nur bekleidet mit einem leichten Hemd, welches eindeutig nicht für eine weibliche Figur gemacht wurde. Ein zufriedenes entspanntes Lächeln lag auf ihrem Gesicht.

Mit nackten Füssen wanderte sie durch die ruhige Stadt in Richtung der einsamen Wiese neben der Stadt.

Nur einen Augenblick ganz sie selbst sein.
Nur einen Augenblick Glück.
Nur einen Augenblick Frieden.

In dieser Nacht hatte sie diesen Augenblick erlebt. Und genau bei diesem Augenblick wollte sie verharren.

Sie lächelte und ihr Lächeln wurde im selben Augenblick zu einer Maske des Entsetzens.

Um sie herum tobte Feuer. Die Bäume von Yrkanis standen lichterloh in Flammen. Hände fassten nach hier. Sie sah in verbrannte Gesichter, Gesichter, die ihr vormals bekannt waren, Freunde, Gefährten. Sie sah sie alle sterben. Die Feinde strömten durch die ganze Stadt und erbarmungslos metzelten sie alle nieder. Gehässiges Lachen dröhnte durch die Luft. Sie sah Zeron und sah hinter ihm einen hochgewachsenen Matis in einer Fyrosrüstung. Sie rannte auf ihn zu, rief, wollte ihn warnen, aber er hörte sie nicht. Entsetzt schloss sie die Augen, als das Schwert in Halshöhe durch die Luft schnitt. Das Hemd was sie trug und was sie gerade noch durch seinen Geruch glücklich gestimmt hatte, färbte sich rot. Sie taumelte zurück.

Wie in Zeitlupe bewegte sie sich durch die Flammenhölle. Der Wohnbaum, wo sie die letzte Nacht verbracht hatte, stürzte ein und begrub alle, die sich darin geflüchtet hatten, unter sich.

Sie wollte nach Freunden greifen, sie retten, aber ihre Hand glitt durch die Körper hindurch. Sie sah die Feinde an sich vorbeistürmen, ihre Waffen glänzten vom Blut der Opfer. Ihre Augen funkelten fanatisch, hasserfüllt, metallisch, eisig. Sie liefen durch sie hindurch und sie spürte das Böse. Diese Feinde, so wurde ihr in diesem Augenblick bewusst, wollten keinen ehrenvollen Kampf. Diese Feinde wollten Blut! Blut, Tod und Zerstörung. Sie wollten alle auslöschen, die nicht so waren, wie sie.

Ihr Körper schüttelte sich vor Abscheu, vor Ekel und vor Entsetzen. Sie würgte.


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