English French German Spanish Russian
Dachsli' Geschichtenecke - ROLEPLAY - Ryzom Community ForumHomeGuest

ROLEPLAY


uiWebPrevious1uiWebNext

#1 [de] 

Hallo liebe RP- und Geschichten-Interessierte. :)

Da mein Char bekanntlich ab und an eine (meisst spontane) Geschichte von sich gibt, möchte ich diese Ecke nutzen, um sie allen Interessierten zugänglich zu machen.

Mein Char ist Tryker mit Leib und Seele, gewisse Abneigungen aber auch Sympathien gegenüber anderen Völkern und Charas sind somit selbstverständlich, subjektive Wertungen meisst beabsichtigt. ;)

Ich hoffe, der eine oder andere von euch hat Freude dran und die, welche es nicht interessiert: klickt den Thread einfach nicht. :)

Dachsli

---

S.H.I.T.

#2 [de] 

(erzählt am Trykelabend im Segensfestdorf bei Yrkanis, 22.12.2010)

Da ich ja bereits in sehr jungen Jahren zum Waisen wurde, wuchs ich in der Obhut der Gischtläufer auf.

Diese besitzen sehr viel Weisheit und Wissen und bewahren einige Geheimnisse der Vergangenheit.

Eine ihrer mystischen Geschichten aus der Vergangenheit, welche ich als Kind von ihnen hörte, möchte ich euch gern erzählen. Sie handelt von Darikeon und den Karamimusen.

Vor langer, langer Zeit, als die Homins noch friedlich in den Alten Landen lebten und von Kitins noch nie jemand etwas gehört hatte, sollen auch schon Homins die Neuen Lande bevölkert haben.

Darikeon war ein Shalahirte, welcher ein Nomadenleben in der Wüste führte. Sein Aussehen war den heutigen Fyros nicht unähnlich. In Wahrheit war er der schönste Homin seinerzeit auf dem Planeten.

Er zog mit seiner Shalaherde durch die Wüste von Ort zu Ort, schur seine Shalas, verkaufte das Fell an Textilhändler und war zufrieden mit sich und seinem Leben.

Was Darikeon in seiner Unbekümmertheit nie auffiel, dass fast jede junge Homina welche ihn sah, sich sofort unsterblich in ihn verliebte. Er jedoch wusste nichts von seiner Schönheit, denn Spiegel gab es zu dieser Zeit in den Neuen Landen keine.

Zufällig sah einmal eine der Karamimusen Darikeon und auch sie verliebte sich sofort in ihn. Aufgeregt eilte sie zu ihren Karamimusenschwestern um von Darikeon und seiner Schönheit zu erzählen.

Wer sind nun die Karamimusen? Karamimusen sind wunderschöne, kluge und zarte Geschöpfe aus dem Land, welches wir heute als Neu-Trykoth kennen. Ihr Vater ist der Geist des Windes und Wasser.

Sie sind unsichtbar und besitzen jede eine Perle des Lebens. Diese Perlen hat ihr Vater in seinem Land voller Wind und Seen versteckt.

Findet jedoch ein junger Homin eine Perle und wirft sie in einen See, so wird aus der zu dieser Perle gehörenden unsichtbaren Karamimuse eine wunderschöne Homina, welche ihren Erlöser heiratet.

Nun, die Karamimusen waren über die Neuigkeit ihrer Schwester erstaunt und alle eilten sie in die Wüste, um den schönen Darikeon mit eigenen Augen zu sehen. Und auf der Stelle waren alle unsterblich in ihn verliebt.

Sie beschlossen, ihn in das Land der Seen zu locken, damit er eine Perle findet. Das Schicksal sollte entscheiden, welche der Schwestern erlöst und den wunderschönen Darikeon heiraten solle.

Als in der folgenden Nacht Darikeon tief und fest schlief, umschwebten ihn die Karamimusen und hauchten ihm magische Sprüche ins Ohr.

Darikeon träumte einen seltsamen Traum von einem wunderschönem Land mit ganz viel Wasser, grünen Wiesen, Palmenhainen und überall schwammen und tanzten junge, wunderschöne Hominas zu lieblicher Musik.

Als Darikeon am nächsten Morgen aufwachte, verkaufte er sofort seine Shalaherde und brach zur Suche nach diesem unbekannten Land auf. Er musste es finden, koste es, was es wolle.

Die Reise war lang und voller Gefahren, Ereignissen und Begegnungen. Doch es würde zu weit führen, diese alle hier zu erzählen. Vielleicht ein andermal.

Nach vielen, vielen Jahreszeiten erreichte Darikeon eine Gegend, in der es aussah, wie in seinem Traum. Palmen, ein weisser Strand und ein riesiger, kristallklarer See. Nur die tanzenden Hominas fehlten.

Er ging an das Wasser hinunter und sah zum ersten Mal sein eigenes Spiegelbild. Er war so fasziniert von seiner eigenen Schönheit, dass er sich von seinem Spiegelbild nicht mehr losreissen konnte.

Stunden um Stunden, Tage um Tage sass er am See und betrachtete sein Spiegelbild. Um seine eigene Schönheit noch besser anschauen zu können, beugte er sich tief herab.

Plötzlich verlor Darikeon das Gleichgewicht und fiel in den See. Als Bewohner der Wüste hatte er nie schwimmen gelernt und so ertrank er rasch in den kühlen Fluten.

Die Karamimusen waren entsetzt und weinten so viele Tränen, dass das Wasser des Sees ganz salzig wurde. Da erklang aus der Tiefe des Wassers das Weinen ihres Vaters, des Geistes des Wind und Wasser.

"Warum weinst du Vater?", fragten die Karmimusen den Geist des Windes und Wasser. "Ich trauere um Darikeon", antwortete ihr Vater.

"Dies überrascht uns nicht, denn wir alle waren hinter ihm her. Aber du warst der einzige, der seine vollkommene Schönheit aus allernächster Nähe sah."

"War er denn so schön?", fragte der Geist des Windes und Wasser. "Du musst es doch wissen!", riefen seine Töchter, die Karamimusen überrascht. "Schliesslich beugte er sich über die Ufer um sein Spiegelbild zu sehen und war dir damit so nah, wie keiner von uns."

Nach einer Weile des Schweigens antwortete der Geist des Windes und Wasser.

"Ich weine zwar um Darikeon, aber dass er schön war, habe ich nicht bemerkt. Ich weine um ihn, weil als er sich nah über das Wasser beugte, sich in seinen Augen die Schönheit des See und dieses Landes wiederspiegelte."

Den See gibt es immernoch und den leicht salzigen Geschmack seines Wassers werden euch die Tryker Ingenieure mit dem hohen Mineralgehalt erklären. In Wahrheit sind es jedoch die Tränen der Karamimusen.

Wenn ihr eine Perle finden solltet, werft sie in den See, vielleicht erscheint dann eine junge Homina, um euch zu heiraten. Und wenn ihr am Ufer dieses Sees sitzt, lauscht einmal ganz aufmerksam.

Im Wind kann man manchmal noch die klagenden Melodien der Karamimusen hören. Wieso sonst sollte diese Gegend denn auch WINDE DER MUSEN heissen?

---

S.H.I.T.

#3 [de] 

Sehr schöne und traurige Geschichte. Es wird aber auch der wahre Grund sein warum wir Zorai Masken tragen. Wir wollen andere Homins mit unsehrer Schönheit nicht in Verlegenheit bringen und ins Verderben stürzen. Gleichzeitig ist es vermutlich auch Selbstschutz. Jaja so wird es sein.

Euer
Kreios

---

Kreios
==Arise from the Ashes==
Karavan Fraktion

#4 [de] 

Die Geschichte ist wirklich hervorragend. Ich freue mich schon sehr auf weitere!

Für mich - eben gerade auch als Zorai - ist die individuell jeweils ganz unterschiedliche verstandene "Schönheit" eigentlich vollkommen irrelevant. Ich kann lediglich das Empfinden des Geistes nachvollziehen, der See und Land als schön empfand.

Für meine Familie und andere Zorai ist der Körper jedoch nur das unwichtige, vergängliche und leicht veränderliche Gefäß für den Geist, die Persönlichkeit, den Lebenssamen sowie das Sap, welche ganz im Gegensatz zum Äußerlichen als einziges echte, bleibende Bedeutung besitzen.

Ich werde mich jetzt zur Kontemplation darüber zurückziehen, um hoffentlich hierdurch auf dem langen Pfad der Weisheit ein kleines Stück weiter voranzukommen...

---


#5 [de] 

(erzählt auf mehreren Trek's durch die Grünen Anhöhen)

Was schon immer alle wissen wollten: Wie pflanzen sich die Matis fort?

Nun, die Grünen Anhöhen sind ja bekannt für ihre Hochwälder.

Im Frühling scharren sich die Bodocs ihr Winterfell an den Borken der Bäume ab. Oftmals bleiben damit Fellreste in der Borke der Bäume hängen.

Wenn es der Zufall will und ein Yubo beim pinkeln gegen einen Baum mit seinem Urin einen solchen Fellrest trifft, setzt eine bisher nicht erforschte biochemische Reaktion ein.

Man kann dann in den Baumwipfeln kleine Knollen sehen, welche im Sommer und Herbst immer grösser werden. Im angehenden Winter sieht man sie in den dann kahlen Baumkronen besonders gut.

Wenn es schliesslich Winter wird, bedeckt eine dichte Schneedecke die Grünen Anhöhen. Und wenn das erste Mal ein klirrender Frost durch die Wälder zieht, platzen die Knollen auf.

Und heraus fällt ein Matis-Baby in den weichen Schnee!

Die Natur hat vorgesorgt: Damit sich die umherstreunenden Gingos nicht gleich auf ein solches Baby stürzen können, wird es mit seiner blassen Hautfarbe im Schnee perfekt getarnt.


Denkt also immer daran wenn euch ein Matis begegnet: Seine Blassheit half ihm, zu überleben!

Und wenn ihr irgendwann einmal wieder durch die Grünen Anhöhen streift, werft einen Blick auf die Knollen in den Baumwipfeln. Und wenn gerade Winter ist, dann schaut, ob ihr nicht ein Matisbaby vor hungrigen Gingos retten könnt. ;)

---

S.H.I.T.

#6 [de] 

yeehah, und was erzählste nun aufm Trekk? Die Geschichte kennt ja jetzt jeder^^

---

#7 [de] 

(Niederschrift von Gedanken aus der Zeit kurz nach den Gouverneurs-Neuwahlen in Neu-Trykoth, vorgetragen ganz selten im engsten Kreis)

Entspannt sitze ich im Sand am Strand von Fairhaven. Direkt hinter dem Stall. Eine ruhige Ecke, in der ich meiner Seele etwas Ruhe gönnen kann und doch dabei das Treiben in der Metropole von Neu-Trykoth nicht aus den Augen verliere. Laute Rufe der Händler, das Stakkato der Schritte von den patroullierenden Wachen, leises Gemurmel der Stadt-Offiziellen, scharrende Füsse der Mektoub's im Stall, ein Jubelschrei eines Homins aus Richtung der Lehrer...er hat sicher gerade eine neue Lektion erfolgreich gelernt.

Das friedliche Treiben von Fairhaven und ich sitze, die Füsse im Wasser kühlend, im Sand...im weissen Sand...weisser Sand???

Und die Erinnerung bricht über mich...

...kaltes Schaudern, obwohl die Sonne heiss vom Himmel brennt...

...nasser Schweiss auf der Stirn, obwohl meine Glieder Kühlung vom Wasser erhalten...

...ein Zittern am ganzen Körper...

...und in meinen Gedanken läuft ein Erlebnis nochmals wie ein Film ab...

...fest eingebrannt, wie es mich wohl nie mehr loswerden wird...


----------------------------------------------------------------- ---------------

Ein erfolgreicher Tag in Loria's Lagunen neigte sich dem Ende. Wieder konnte ich einige Fertigkeiten trainieren und meine volle Tasche zeugte von der erfolgreichen Jagd. Nun nur schnell nach Hause ins friedliche Fairhaven und ein wenig am Strand entspannen, bevor der Tag sich endgültig der Nacht beugt. Freudig eilte ich auf die Stadt zu, in Gedanken sah ich schon den weissen Sand...

Weisser Sand?
Roter Sand?
Blutroter Sand!
Blutroter Sand, tote Homins!
Blutroter Sand, tote Homins und ein wilder Fremder, welcher verletzte, unbewaffnete Homins jagt!

Ein Fremder, seines Zeichens ein Anhänger Ma Duk's, schlachtete jeden, der offen seinen Glauben an Jena zeigte.

Sie waren unbewaffnet.
Sie waren stumm.
Sie starben, weil sie ihren Glauben zeigten.

Nur wenige Minuten dauerte das Gemetzel. Blutgetränkt der Sand von Fairhaven. Die Hauptstadt eines Volkes, welches für Freiheit und Gleichheit steht. Eines Volkes, dessen Gouverneur Still Wyler diese Werte seinem Volk stets vorlebte und dafür feige gemeuchelt wurde.

Der fremde Schlächter sitzt hochnäsig am Eingang zur Stadt. Scharfe Fragen der umstehenden Homins nach dem Grund seines Tun's erklärt er fanatisch mit seinem Glauben zu Ma Duk und seinem Hass auf alle Anhänger des Glaubens an Jena.



----------------------------------------------------------------- ---------------

Ich rufe meine Gedanken in die Gegenwart zurück. Unruhig beginne ich durch die Stadt zu laufen. Ohne es zu merken habe ich den Weg in Richtung "Lorias Aufstieg" genommen.

Doch halt!

Im Augenwinkel nehme ich den dunklen Fleck wahr. Der Steg, welchen ich gerade betrete, ist schon oft gescheuert worden. Trotzdem ist am Rand der kleine dunkle Fleck geblieben...ein Fleck von altem, eingetrockneten Blut.

Und wieder verfalle ich in Erinnerung...


----------------------------------------------------------------- ---------------

Die Wahlen für einen neuen Gouverneur der Seen-Länder waren nicht mehr fern. Voller Vorfreude besuchte ich eine Wahlveranstaltung, auf welcher zugunsten der Kandidaten wertvolle Gegenstände versteigert werden sollten.
Ein friedlicher Anlass in einer freien, friedlichen Stadt.
In einer freien, friedlichen Stadt?
So frei und friedlich, dass jede Menge Homins, welche offen ihren Glauben an Jena zeigten, in voller Kampfausrüstung und unter Waffen stehend aus einem fremden Land zu einer Tryker-Wahlveranstaltung erschienen.
Eine Demonstration der Macht?
Leise Hinweise von Trykern, man möge sich doch im friedlichen Fairhaven nicht so kriegerisch zeigen, wurden ignoriert.
Ein fader Beigeschmack zu einer sonst insgesamt gelungenen Veranstaltung.
Als ich nach Ende der Versteigerung den Steg in Richtung Händler betrat...Schock...eine Homina sterbend am Boden liegen, das Blut zwischen den Bohlen tropfend verfärbte das Wasser hellrot.
Unbewaffnet trug sie offen ihren Glauben an Ma Duk, niedergestreckt dafür von den Anhängern Jena's. In einem Land, welches gerade den Nachfolger für den ermordeten Still Wyler sucht, bekannt für sein freiheitsliebendes, tolerantes Volk...gemeuchelt von Fremden?



----------------------------------------------------------------- ---------------

Ich brauche ersteinmal einen Drink, um wieder klare Gedanken fassen zu können.
An der Bar lasse ich mir von Liffan ein Glas Arma-Milch geben (stärkeres möchte ich nicht, denn ich möchte nachdenken können) und versuche meine Gedanken zu ordnen.

Wir Tryker leben nach unseren Grundsätzen "Freiheit, Gleichheit, Teilen". Unsere Hauptstadt sollte ein gewaltfreier Ort sein. Jeder soll seinen Glauben offen zeigen dürfen und doch anders- oder nichtgläubige Homins respektieren.

Langsam laufe ich wieder zum Strand. Setze mich in den weissen Sand und kühle die Füsse im blauen Wasser.

Die Bilder vor meinen Augen beginnen zu flimmern...
...einst weisser Sand schimmert blutrot zwischen den Palmen...
...einst blaue Meere gleissen purpur soweit das Auge reicht...
...das Tageslicht fällt auf die Seite...
...die Nacht bricht an und mir ist kalt!

---

S.H.I.T.
uiWebPrevious1uiWebNext
 
Last visit Mon Dec 9 15:29:37 2019 UTC
P_:

powered by ryzom-api